Mit Frauenpower in die Wahlen

Wahlen


Die Landtags- und Bezirkstagskandidaten mit den Ehrengästen

Ruth Müller und Anja König sind SPD-Direktkandidatinnen für Land- und Bezirkstag

Mit Frauenpower geht der SPD-Unterbezirk Landshut in die Landtags- und Bezirkstagswahlen. Ruth Müller und Anja König wurden bei der Stimmkreiskonferenz am Samstagnachmittag zu Direktkandidatinnen für den Landtag beziehungsweise Bezirkstag ernannt. Die Männer sind bei den Listenkandidaten vertreten mit Sebastian Hutzenthaler für den Landtag und Robert Gewies für den Bezirkstag.

Der Ehrenvorsitzende der SPD im Landkreis Landshut, Peter Barteit, schlug Ruth Müller als Direktkandidatin für den Landtag vor. Er war auch Müllers Fürsprecher, der die langjährige Kommunalpolitikerin den Delegierten „wärmstens“ empfahl. Sie leiste ganz hervorragende Arbeit in einem äußerst schwierigen Stimmkreis.

Seit 1989 sei sie politisch aktiv, seit 17 Jahren im Kreistag und seit zehn Jahren im Gemeinderat von Pfeffenhausen, stellte sich die SPD-Kreisvorsitzende und stellvertretende Vorsitzende des Unterbezirks vor. Ruth Müller forderte die Genossen auf, „mehr Transparenz“ zu wagen und die Bürger in politische Entscheidungsprozesse einzubinden. Doch das setze voraus, „dass endlich auch in unserer Region das schnelle Internet Einzug hält“. Außerdem wolle sie sich für eine längere gemeinsame Schulzeit einsetzen, versprach sie.

„Mehr SPD“

Weitere Punkte, die die 45-Jährige ansprach, waren die Energiewende, der Ausbau der Kinderbetreuung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ein „Mindestlohn, von dem man leben kann“ sowie die medizinische Versorgung im ländlichen Raum und die Städtebauförderung. „Wenn wir Antworten geben sollen und Lösungen entwickeln wollen, brauchen wir wieder ,mehr SPD‘ in der Region und ,mehr SPD‘ im Bundestag, im Bezirkstag und im Landtag“, rief die langjährige Kommunalpolitikerin die Genossen auf.

Werte in der Politik

Kurz und prägnant sprach Listenkandidat Sebastian Hutzenthaler (49) zu den Delegierten. Der Schulleiter einer Landshuter Mittelschule und stellvertretende Bürgermeister von Ergoldsbach wolle sich vor allem für eine Änderung der bayerischen Schulpolitik einsetzen. Eine Absage erteilte er dem „Grundschulabitur“, der Auslese nach der vierten Klasse. Auch die vielgeforderte Inklusion sei in einem Schulsystem, das auf Selektion basiert, nicht zu verwirklichen. „Ich setze mich ein für eine Politik, die von Werten getragen ist.“

Als Direktkandidatin für den Bezirkstag wurde Anja König „ins Rennen geschickt“. Die Leiterin des ServiceCenters Landshut der BKK VBU führt seit drei Jahren die Landshuter SPD. Seit 2004 gehört sie der SPD an und ist seitdem „schnell und kompetent in die Materie hineingewachsen“, lobte SPD-Bundestagskandidat Harald Unfried. Und fuhr fort: „Sie gehört zur Spezies der Sozialpolitiker, dem Markenkern der SPD.“

„Spezies der Sozialpolitiker“

Soziale Gerechtigkeit habe für sie oberste Priorität, betonte die 42-Jährige. Viele Aufgaben des Bezirkstags – „ein gewaltiger Geldgeber“ – liegen im sozialen Bereich. Sie forderte, die Bürgerversicherung als Krankenvollversicherung in den Mittelpunkt zu stellen. „Bürgerversicherung statt Drei-Klassen-Medizin“, rief König. Und sie appellierte an die Genossen: „Der Wahlerfolg kommt nicht von alleine. Unterstützt die Kandidaten, diskutiert an den Stammtischen und steht zu den Forderungen.“
Der Landshuter Stadtrat Robert Gewies (62) wurde zum Listenkandidaten für den Bezirkstag gewählt. Im Alter sei er etwas ruhiger geworden, „aber im Wahlkampf werde ich mich ganz aktiv mit einmischen“, versprach er.

Regierungswechsel „ist drin“

Vor der Nominierung der Kandidaten sprach SPD-Landesvorsitzender und MdB Florian Pronold zu den Delegierten. Er nahm Stellung zu einigen Themen, für die sich die SPD einsetzt, wie etwa das Betreuungsgeld, das in seinen Augen „der größte Unsinn“ ist, Altersarmut und Mindestlohn. Diesbezüglich sprach er auch die Medienkampagne gegen SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück an: „Mein Maßstab ist nicht, was eine Person in der Bundesrepublik verdient. Die Normalverdiener gehören in den Mittelpunkt.“
Zuversichtlich zeigte sich Pronold ob eines Regierungswechsels in Bayern: „Der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude ist der beliebteste bayerische Politiker. 38 Prozent der Wähler können sich vorstellen, SPD zu wählen. Wir müssen nur drei, vier oder fünf Prozent der unentschlossenen Wähler überzeugen.“ Und er war sich sicher: „Das ist drin.“

Foto: Ruth Müller (2. v. l.), Anja König, Sebastian Hutzenthaler (4. v. l.) und Robert Gewies (2. v. r.) wurden bei der Stimmkreiskonferenz mit Florian Pronold (rechts) zu Landtags- und Bezirkstagskandidaten gewählt.

Landshuter Zeitung, 28. Januar 2013 / Judith Popp

 

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