Natur an der Mittleren Isar erlebt

Kreistagsfraktion


Gemeinderat Heinrich Krisch (links) und Helmut Naneder (3. von links) mit Mitgliedern der SPD-Kreistagsfraktion

SPD-Kreistagsfraktion besuchte die Vogelfreistätte am Echinger Stausee

Hunderte von Mauerseglern streichen über die von Insekten schwirrende Wasserfläche. Die Haubentaucher sind gerade mitten in ihrem Balztanz und schütteln heftig die Köpfe, was aber keineswegs mit einer Ablehnung des Partners verwechselt werden darf.

Auf der Reiherinsel kümmern sich derzeit die Graureiher intensiv um ihren Nachwuchs. Und auf zwei durch den Landesbund für Vogelschutz eigens angelegten Nistflößen haben die vom Aussterben bedrohten Flussseeschwalben eine sichere Bleibe gefunden, wo sie jedes Jahr ungestört und somit erfolgreich brüten können. All dies kann der aufmerksame Wanderer nur wenige Kilometer von Landshut entfernt in der Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen hautnah erleben. Die SPD-Kreistagsfraktion ließ sich in der besonders interessanten Brutzeit von Helmut Naneder vom Sachgebiet Naturschutz im Landratsamt Landshut sachkundig durch dieses Ökoparadies führen.

Das Naturschutzgebiet am Echinger Stausee gehört zu den wichtigsten Schutzgebieten für Wasservögel in Bayern. Tausende von Federtieren haben hier ihren Lebensraum, rasten auf den langen Wegen in die Winterquartiere oder zurück in die Brutgebiete, mausern hier oder verbringen den Winter.
Bei aller Vielfalt von Fauna und Flora dürfe jedoch nicht vergessen werden, dass es sich bei dem Gewässer eigentlich um eine technische Anlage handle, erläuterte Naneder. So gehören die Stauseen den Stadtwerken München und seien zwischen den Weltkriegen ausschließlich zum Zwecke der Stromgewinnung angelegt worden. Was hier über die Jahre entstanden ist, sei ein klassisches Beispiel für Natur aus Menschenhand. „Dies ist der Beweis dafür, dass durch geschickte Planung und Ausführung Eingriffe in die Natur langfristig auch großen Nutzen bringen können“, stelle Kreisrat Peter Barteit fest und fragte, wie sich die Kooperation mit den Stromerzeugern gestalte. Helmut Naneder sprach von einem guten und offenen Verhältnis untereinander. Man führe einen engen Dialog in allen wichtigen Fragen, da es das Bestreben beider Seiten sei, ein möglichst gedeihliches Miteinander von Ökologie und Ökonomie zu erreichen.

Hoch hinaus ging es für die Besuchergruppe schließlich bei dem neuen Besucherturm, von dem man einen grandiosen Ausblick auf das Schutzgebiet und die reizvolle niederbayerische Kulturlandschaft genießt. Naneder wies darauf hin, das Bauwerk habe rund 40.000 Euro gekostet und sei auch aus Mitteln der Europäischen Union gefördert worden. In luftiger Höhe befindet sich am Turm eine der vielen Naturerkundungsstationen, die über die enorme, gebietstypische Artenvielfalt informieren. Insgesamt werden mehr als 350 Tier- und Pflanzenarten, sowie ihre unterschiedlichen Lebensräume vorgestellt. Die ausgeklügelte, interaktive Konzeption lädt Alt und Jung, insbesondere Schulen dazu ein, spielerisch die Sinne zu schärfen und, geführt anhand spezieller Erkundungsbögen, einen neuen Blick für die Schönheiten im Naturschutzgebiet und am Wegesrand zu gewinnen. Vor allem Schulklassen aus dem Landkreis würden diese zielgerichtete Möglichkeit des Kennenlernens heimischer Natur hervorragend annehmen, so Helmut Naneder, dessen Erwartungen diesbezüglich bereits jetzt übertroffen wurden.

Um die Qualität einer intensiven Betreuung des umfangreichen Naturerfahrungspfades für alle Schulklassen, aber auch um die Fortbildung interessierter Lehrer vor Ort künftig sichern zu können, habe die Untere Naturschutzbehörde einen Antrag auf Schaffung einer Gebietsbetreuerstelle beim Bayerischen Naturschutzfonds gestellt, so Naneder weiter. Nicht zuletzt ließe sich durch die Verstärkung mittels eines Gebietsbetreuers die Besucherlenkung im Schutzgebiet entscheidend verbessern, sowie Schutzziele und Optimierungsmaßnahmen noch besser umsetzen.

„Eine rundum gute und gelungene Sache, die wir seitens der SPD unterstützen werden“ würdigte SPD-Fraktionsvorsitzende Ruth Müller die hervorragende Leistung der Naturschützer im Landratsamt, die weit über ihre eigentlichen Dienstpflichten hinausgehe und das Sachgebiet sicher stark beanspruche. Das Beispiel zeige auch, dass die EU kein fernes Bürokratiemonster sei, sondern ganz reale Verbesserungen in vielen Bereichen ermögliche. Man könne nur alle Landkreisbürger einladen, die lebendige Vielfalt in der Mittleren Isarau auf sich wirken zu lassen. Alle, die einige wenige Verhaltensregeln beachteten, seien dort herzlich willkommen.

 

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