Stadt und Landkreis gemeinsam denken

Kommunalpolitik

Die Spitzenkandidatinnen aus Stadt und Landkreis mit Dr. Rolf Mützenich

Fast alle Plätze waren besetzt, als am Samstag Bürgerinnen und Bürger aus Stadt und Landkreis Landshut zum politischen Talk der beiden SPD-Spitzenkandidatinnen Ruth Müller und Patricia Steinberger gemeinsam mit Dr. Rolf Mützenich, dem früheren Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, zusammenkamen.

Das große Interesse zeigte deutlich: Die Themen, die Stadt und Landkreis gleichermaßen betreffen, bewegen viele Menschen in der Region. Begrüßt wurden die Gäste vom Vorsitzenden der SPD Landshut Stadt, Vincent Hogenkamp.

Unter dem Leitgedanken „Landshut gemeinsam denken – Stadt und Landkreis profitieren“ entwickelte sich eine lebendige Diskussion, die bewusst nicht als klassische Podiumsrunde, sondern als offenes Fragen-und-Antwort-Format gestaltet war. Dieses Konzept sorgte für Nähe, Dynamik und einen intensiven Austausch zwischen Podium und Publikum. Unter der Moderation von Anja König, Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, diskutierten die beiden Spitzenkandidatinnen mit Dr. Mützenich über zentrale politische Herausforderungen – von der kommunalen Ebene bis hin zur Bundespolitik. Deutlich wurde dabei: Sozialdemokratische Politik stellt immer den Menschen, seine Würde und seinen Alltag in den Mittelpunkt – unabhängig davon, ob Entscheidungen im Bund, im Land oder vor Ort getroffen werden.

Was Müller und Steinberger in ihrem Anspruch verbindet, Stadt und Landkreis gemeinsam zu denken, spiegelt sich auch in ihrer beruflichen Erfahrung wider.
„30 Jahre Berufserfahrung in der Privatwirtschaft haben meinen Blick sowohl für die Anliegen der Unternehmen als auch der Beschäftigten geschärft“, betonte Ruth Müller. Wirtschaftspolitik im Landkreis wolle sie deshalb wieder zur Chefsache machen, um den Transformationsprozess aktiv zu gestalten.
Patricia Steinberger ergänzte: „Ich arbeite seit rund 20 Jahren am Flughafen in einem großen Unternehmen des Freistaates Bayern im Bereich Finanzen und Rechnungswesen und führe zusätzlich die Buchhaltung unseres kleinen Familien-Handwerksbetriebs. Ich habe gelernt, mit Zahlen umzugehen und wirtschaftlich zu denken.“

Wie tausende Menschen in der Region pendelt auch Steinberger täglich zur Arbeit. Diese Erfahrung habe ihr deutlich gemacht, dass der Beitritt zum MVV längst überfällig gewesen sei. „Nach dem Beitritt beginnt die eigentliche Arbeit erst“, stellte sie klar. Gerade bei den Zugverbindungen brauche es mehr Haltepunkte in Stadt und Landkreis, um den ÖPNV wirklich attraktiv zu machen.

Auch das Thema Gesundheitsversorgung stand im Fokus der Diskussion. Ruth Müller verwies auf ihre Arbeit im Ausschuss für Gesundheit und Pflege im Bayerischen Landtag und machte deutlich, dass der Abbau von Doppelstrukturen notwendig sei, um neue medizinische Schwerpunkte – etwa in der Dermatologie oder Augenheilkunde – zu ermöglichen. „Nicht nur für eine gute Versorgung der Menschen in unserer Region, sondern auch zur Sicherung der Arbeitsplätze in Pflege und Medizin“, so Müller. Die Fusion der Kliniken in Stadt und Landkreis sei dabei ein wichtiger Schritt, um alte Konkurrenzdenken zu überwinden.

Von der Fachkräftegewinnung leitete Anja König zum Thema bezahlbarer Wohnraum über – dem größten Kostenfaktor für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Patricia Steinberger forderte hier einen deutlichen Kurswechsel: „Wir müssen den Bestand an kommunalem, bezahlbarem Wohnraum massiv erhöhen. Das geht nur über unsere städtische Wohnungsbaugesellschaft.“ Mit bislang 18 gebauten Wohneinheiten könne kein spürbarer Einfluss auf den Wohnungsmarkt erreicht werden. „Die Stadt schafft sich auch Tafelsilber mit jeder Wohnung im eigenen Bestand.“

Klare Worte fand Steinberger auch beim Thema Kultur und der Situation des Stadttheaters: „Es ist eine Schande für die Regierungshauptstadt von Niederbayern, dass Sanierung und Neubau so lange hinausgezögert wurden, dass inzwischen sogar mit der Einstellung des Spielbetriebs im Theaterzelt gedroht wird. So darf Finanzpolitik in Landshut nicht weiterbetrieben werden.“

Zum Abschluss zog Dr. Rolf Mützenich ein positives Fazit. Der Nachmittag habe eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig der Dialog zwischen Bund, Land und Kommunen sei. Starke Kommunen seien das Rückgrat der Demokratie, weil hier Politik unmittelbar erlebbar werde. Stadt und Landkreis Landshut hätten mit engagierten, kompetenten Kandidatinnen beste Voraussetzungen, ihre Zukunft gemeinsam zu gestalten – sozial gerecht, wirtschaftlich vernünftig und nah an den Menschen.

 

Die stellvertretende Kreisvorsitzende der SPD im Landkreis Landshut Sibylle Entwistle betonte am Ende, dass es eine echte Zukunftsperspektive für Stadt und Landkreis gebe, wenn man sich bewusst werde, dass in der Zusammenarbeit der Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg der Region liege.

 

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