„Weiße- Rose“- Ausstellung im Gymnasium Rohr

AntiFa/Migration

„Was würde ich in dieser Situation tun?“ – Zivilcourage und Demokratie Hand in Hand

Zur Ausstellungseröffnung lud am Dienstag das Johannes- Nepomuk- Gymnasium ein. Die Wanderausstellung der „Weiße- Rose- Stiftung“ über die bekannteste Jugend- Widerstandsgruppe aus der Nazi- Zeit, „Weiße Rose“, wurde dank der Zusammenarbeit des SPD- Ortsvereins nach Rohr geholt, was Schuleiter Franz Lang und der Schulträger, das Benediktinerkloster, einhellig begrüßten. Die Ausstellung ist noch bis Freitag in der Schulaula zu sehen.

„Der Widerstand der Weißen Rose war nicht vergeblich“, liest man auf einer der Informationstafeln der Ausstellung. Weiter heißt es da: „Die Verhaftungen und Hinrichtungen der Teilnehmer der Weißen Rose sind eine bittere Lehre für die Zukunft. Diktaturen können nur durch Zivilcourage und Resistenz vieler Bürger verhindert werden.“

Die Ausstellung informiert auf anschaulichen Tafeln über die NS- Justiz, zeigt die Flugblätter der Weißen Rose und zeigt die anderen Jugendbewegungen in der Nazi- Zeit, allen voran die Hitlerjugend.
Außerdem porträtiert sie in Bild und Wort die wichtigsten Persönlichkeiten der Widerstandsgruppe: die Geschwister Hans und Sophie Scholl, Professor Kurt Huber, Christoph Probst, Willi Graf und Alexander Schmorell.
Schuldirektor Franz Lang wies auf die Aktualität des Widerstands gegen Missstände hin: „Was würden die Mitglieder der Weißen Rose heute tun, angesichts der Abhörskandale, der Menschenrechtsverletzungen in China und in Russland, des Gefangenenlagers in Guantanamo oder sonstiger Praktiken, die auch in unserem Land von Lebensanfang bis Lebensende gang und gäbe sind“, fragte Lang und ermutigte die Menschen zur Zivilcourage.

Bürgermeister Karl Gorbunov schlug in die gleiche Kerbe: Ein gesunder Egoismus sei durchaus vertretbar, doch werde es gefährlich, wenn der falsche Egoismus, geprägt von Leistungsdruck und rücksichtslosem Kapitalismus, die Oberhand gewinne. Die Ausstellung sei in der Schule an der genau richtigen Stelle. Sie ermutige die jungen Menschen, sich im gesellschaftlichen und politischen Leben zu engagieren – egal in welcher Partei oder Gruppierung.

SPD- Kreisrätin Ruth Müller dankte dem Initiator Georg Riedl und den Hausherren dafür, dass die Ausstellung im Gymnasium untergebracht werden konnte.
„Die Ausstellung zeigt junge Menschen, die mit denselben christlich- demokratischen Idealen aufwuchsen wie wir alle, und die für diese Werte bereit waren, ihr Leben zulassen. Daraus können wir Mut für die Zukunft schöpfen“, so Müller. MdL Johanna Werner- Muggendorfer ermutigte die jungen Menschen zur Zivilcourage im Alltag. Die Frage: „Was hätte ich an der Stelle der Jugendlichen gemacht?“ impliziere auch die Frage: „Was tu ich heute gegen Unrecht und Unterdrückung der Meinungsfreiheit“, die Ausstellung solle ein Anstoß zum politischen und demokratischen Engagement sein. Den vielzitierten Satz: „Es ist halt so“, sollte man mit „Es muss nicht so sein“, ersetzen – gemeinsam könne man vieles erreichen, so Muggendorfer.

Die Jugend selbst hatte sich im Rahmen des Geschichtsunterrichts mit dem Thema auseinandergesetzt und bereits im November 2012 eine eigene schulinterne Ausstellung zu diesem Thema aufgebaut. Diese war eher allgemeiner gehalten, die detaillierten Angaben zu den Lebenswegen der Weiße- Rose- Mitglieder ergänzen und vervollständigen nun ihre Kenntnisse, meinten die Jugendlichen.

Schulleiter Franz Lang betonte, dass die Ausstellung für die Schule sehr wichtig sei – vor allem, um den Jugendlichen zu zeigen, wie wichtig die Zivilcourage im Alltag sei. „Demokratie bekommt man nicht geschenkt, um Demokratie muss man sich bemühen“, so Lang.

aus der Landshuter Zeitung vom 4. Juli 2013

Foto v. l. n. r:
Dr. Josef Müller, Johanna Werner- Muggendorfer (MdL), Franz Lang, Karl Gorbunov, Abt, Georg Riedl, Ruth Müller

 

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