Am 25. Oktober bekommt die 112 eine neue Heimat

Kommunalpolitik

SPD-VertreterInnen & KreisrätInnen der SPD-Fraktion mit Geschäftsführer der ILS Armin Haindl

SPD-Kreistagsfraktion besuchte Baustelle der Integrierten Leitstelle (ILS)

Die Schreibtische stehen, aber die Monitore und Computer fehlen noch. Es braucht noch etwas Fantasie, um sich vorzustellen, dass die Integrierte Leitstelle Landshut (ILS) am 25. Oktober im neuen Gebäude in Essenbach ihren Betrieb aufnimmt. Während der Geschäftsführer der ILS, Armin Haindl, die Kreisräte der SPD-Fraktion durch die Einsatzzentrale führte, wurden im Hintergrund Leitungen verlegt und Kabel angeschlossen, damit bis zum Stichtag alles bereit ist.

Haindl fiebert sehr auf den 25. Oktober hin, denn an diesem Tag soll der „Umzug“ erfolgen. Dabei geht es ihm nicht in erster Linie um die Möbel und dergleichen, sondern um die ununterbrochene Erreichbarkeit der Notrufnummer 112. Nach ausgiebigen Tests in den Tagen und Wochen davor sollen die Notrufe am Stichtag Landkreis für Landkreis unterbrechungsfrei umgestellt und vom neuen Gebäude aus angenommen und disponiert werden.

Schon die schwere Eingangstür, die beschuss- und einbruchshemmend ist, und die Videoüberwachung im Außenbereich offenbarten den Kreisräten, das hier etwas passiert, das besonderen Schutz bedarf. Ab dem Herbst werden in dem rund 15 Millionen Euro teuren Neubau die Notrufe aus der Stadt Landshut sowie den Landkreisen Landshut, Kelheim und Dingolfing-Landau entgegengenommen. Und das unter höchsten Sicherheitsstandards. Mit Inbetriebnahme der Einsatzzentrale kann sich im Haus nur noch bewegen, wer die Zugangsberechtigungen für die Sicherheitsschleusen besitzt. „Die Leitstelle darf nicht ausfallen“, stellte Haindl klar.

Dafür ist sie künftig nicht nur technisch auf dem neuesten Stand, sondern auch von der Größe her wieder adäquat, freute sich Sebastian Hutzenthaler. Neben den neun Einsatzleitplätzen für die Disponenten gibt es zehn Ausnahmeabfrageplätze, an denen nebenamtliche Mitarbeiter bei Großschadenslagen, wie etwa Unwettern, bei der Notrufentgegennahme unterstützen. Da wie dort sind die Mitarbeiter vor direkter Sonneneinstrahlung auf ihre Computer mittels modernster Technik geschützt und eine „Klimadecke“ verhindert, dass Zugluft in den Räumen entsteht. Geheizt wird künftig von oben  gewissermaßen mit einer Fußbodenheizung an der Decke. „Auf beste Arbeitsbedingungen für die Disponenten wird größten Wert gelegt“, freute sich Ruth Müller, MdL.

Die Kreisräte um Peter Forstner waren sich einig, dass das Geld für den Neubau sinnvoll investiert ist. Zumal er die nötige Erweiterungsmöglichkeit bietet, um auch in den nächsten 15 bis 20 Jahren noch genug Personal unterzubringen. Entsprechend der steigenden Einwohnerzahl ist mit steigenden Einsatzzahlen und damit einem erhöhten Personalbedarf zu rechnen, berichtet Haindl.

2021 bearbeiteten die Disponenten 90.498 Rettungsdiensteinsätze und 5.527 Feuerwehreinsätze, erzählte Haindl. Dafür führten sie an die 212.000 Telefonate – eingehend wie ausgehend.

Umso wichtiger erscheint es, dass jetzt wieder alle unter einem Dach sind: die Integrierte Leitstelle, die Geschäftsstelle des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) und der Ärztliche Leiter Rettungsdienst, Jürgen Königer. Vor allem bei größeren Schadenslagen sind die Wege künftig kurz und es stehen mehrere Besprechungsräume zur Verfügung. Zumal auch das Landratsamt in unmittelbarer Nähe sein wird und zu Fuß in kürzester Zeit zu erreichen ist.

 

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