
Die geehrten SPD-Mitglieder im Kreise der Gratulanten
Neujahrsempfang im Zeichen von Friedrich Ebert
Vilsbiburg: Mitglieder und Freunde der SPD trafen sich im Gsellnhaus zum Neujahrsempfang.
Lokalpolitik

Neujahrsempfang im Zeichen von Friedrich Ebert
Vilsbiburg: Mitglieder und Freunde der SPD trafen sich im Gsellnhaus zum Neujahrsempfang.
Neben dem Rechenschaftsbericht und dem Ausblick auf Aktivitäten im Jahr 2010 durch die Otsvorsitzende Theresa Bergwinkl stand die Ehrung langjähriger und verdienter Mitglieder im Mittelpunkt des Empfanges. Tilman Janner sprach über das Lebenswerk von Friedrich Ebert.
In ihrem Rechenschaftsbericht konnte Theresa Bergwinkl auf viele Veranstaltungen verwei-sen. Das Jahr 2009 war geprägt von der Bundestagswahl. Trotz intensiver Aufklärungsarbeit an Info-Ständen und in Versammlungen verlor die SPD. Nachdem bei der neuen Bundesregierung nicht einmal ein Hauch eines hoffnungsvollen Aufbruchs zu verspüren sei, müsse die SPD jetzt konstruktive Oppositionsarbeit leisten, fasste Bergwinkl die derzeitige politische Situation zusammen. Vor Ort seien die monatlichen Stammtischrunden sehr beliebt. Neben der Organisation von Fahrten zum Bayer. Landtag und dem Verkehrsgartenfest veranstaltete die AsF eine Adventfeier in der Seniorenwohnanlage. Erfreulich sei auch gewesen, dass sich im vergangenen Jahr, unter Führung von Markus Schlichter, eine Juso-Gruppe in Vilsbiburg gebildet habe. Auch der Mitgliederstand entwickle sich erfreulich. Bei drei Austritten, durch Todesfälle, konnte der Ortsverein sieben neue Mitglieder begrüßen. Auch im neuen Jahr wird der SPD-Ortsverein wieder politische und kommunale Themen bei seinen Stammtischen und Bürgertreffs aufgreifen. Abschließend bedankte sich die Ortsvorsitzende noch beim zweitem Bürgermeister Johann Sarcher und der SPD-Stadtratsfraktion für die gute Zusammenarbeit und den regen Gedankenaustausch.
Theresa Bergwinkl zeigte sich sehr erfreut darüber, dass viele Mitglieder über Jahrzehnte hinweg der SPD die Treue halten. Es war ihr deshalb eine besondere Ehre eine Anzahl treuer Mitglieder mit der Ehrenurkunde mit Anstecknadel auszuzeichnen. Es waren: Für 10 Jahre Manfred Billinger, für 20 Jahre Gerhard Kohler und Friedrich Söldner, für 25 Jahre Tilman Janner und Heinz-Peter Peterwitz, für 30 Jahre Martin Hofer.
Drei „alten Hasen“ im SPD-Ortsverein wurde eine besondere Ehre zu teil. Der stellvertre-tende SPD-Kreisvorsitzende und Veldener Bürgermeister Gerhard Babl konnte Alfred Betz, Peter Barteit und Hanns Martin die vom SPD-Bundesvorstand ausgelobte „Willy Brandt-Medaille“ überreichen. In seiner Laudatio erinnerte Babl an die Worte Willy Brandt’s: „Nichts kommt von selbst. Besinnt euch auf eure Kraft: Die Zahl unserer Mitglieder und die Zahl derer, die es werden möchten, sind Verpflichtung.“ Dieser Aufforderung seien alle Drei über vierzig Jahre treu gefolgt und haben sich vorbildlich als Sozialdemokraten für die Partei und die Bürger unsers Landes eingesetzt. Betz. Barteit und Martin traten Mitte der 60er der SPD bei und engagierten sich gleich bei der damals in Vilsbiburg neu gegründeten Juso-Gruppe. Peter Barteit sogar als stellv. Juso-Vorsitzender. Bereits damals übernahm er auch die Informations- und Pressearbeit. Ein Gebiet, das ihn bis zum heutigen Tag nicht mehr los ließ. Wenn die Partei ihn rief stand Barteit auch überregional als Kandidat zur Verfügung. So kan-didierte er u.a. als Wahlkreiskandidat für den Bezirkstag und trat zweimal als Landratskandi-dat an. Es hat zwar nie zum Wahlsieg gereicht. Beachtliche Achtungsergebnisse erzielte er jedoch allemal. Eine besondere Freude war es für die örtliche SPD, als Peter Barteit 1990 Jo-sef Billinger auf den Bürgermeisterstuhl folgte. Nachdem er bereits seit 1978 als Stadtrat und Fraktionssprecher im Vilsbiburger Stadtrat saß.
Viele Jahre führte Barteit auch die KreisSPD und sitzt nun schon über dreißig Jahre für die SPD im Kreistag. Davon viele Jahre als deren Sprecher.
Alfred Betz wurde nach den stürmischen Juso-Jahren 1973 zum Stellvertreter des damaligen Ortsvorsitzenden Josef Polster gewählt. Auch stand er immer zur Verfügung, wenn es galt bei Wahlen mitzuarbeiten und sich zu engagieren. Seit 1995 wacht er nun über die Finanzen des Ortsvereins.
Seit 1972 vertrat Hanns Martin, mit einer kurzen Unterbrechung vom Mai 1978 bis Septem-ber 1979, bis zu seinem Ausscheiden im September 2003 die SPD im Stadtrat von Vilsbiburg. Als Sprecher der Fraktion folgte er Peter Barteit im Mai 1990. Bei seinem Ausscheiden aus dem Stadtrat dankte ihm Bgm. Helmut Haider für seine konstruktive Mitarbeit und die stets sachliche Auseinandersetzung mit den Stadtratsthemen. Dabei sei er immer um soziale Ge-rechtigkeit bemüht gewesen und der Stadtrat habe von seiner 30-jährigen Erfahrung profitie-ren können. Nach den Worten von Gerhard Babl sei Martin für die SPD jedoch als Schriftfüh-rer besonders wichtig. Dieses Amt übe er nun schon seit 1973 aus. Mit seinen Info-Briefen wurde er über den Ortsverein hinaus bei Parteifreunden bekannt.
Das Referat des Abends hielt Tilman Janner über Friedrich Ebert, der am 11. Februar 1919 zum ersten demokratisch gewählten Reichspräsidenten gewählt wurde. Am 28. Februar 2010 gedenkt die SPD, anlässlich des 85. Todestages, dieses großen Sozialdemokraten. Ebert kam, wie viele Sozialdemokraten aus der Gewerkschaftsbewegung. Er wuchs in eine sehr unruhige Zeit hinein. Bereits 1905 holte August Bebel, der unumstrittene Patriarch der Partei, Ebert als Parteisekretär nach Berlin, wo er dann 1912 in den Reichstag gewählt wurde. Neben den tur-bulenten Kriegsjahren bis 1918 stellte Janner besonders die Zeit nach der Oktober-Revolution am 28. Oktober 1918 als Schicksalsjahre Eberts heraus. Die Führung der Sozialdemokraten wurde von der Dynamik der Revolution genauso überrumpelt wie der Staatsapparat. In seiner Not rief der letzte kaiserliche Kanzler Max von Baden Ebert zu Hilfe, berichtete Janner. Eberts Antwort: „Wenn der Kaiser nicht abdankt, dann ist die soziale Revolution unvermeid-lich. Ich aber will sie nicht, ja ich hasse sie wie die Sünde“. Gegen die Angriffe der Linken definierte er demokratischen Sozialismus mit der Formel „Sozialismus ist Arbeit“. Vier Tage nach der Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg fanden die Wahlen zur Nati-onalversammlung am 19. Januar 1919 statt. Erstmals durften auch Frauen wählen. Ebert. der den Weg zur Nationalversammlung geebnet hatte, wurde am 11. Februar zum ersten Präsiden-ten der Republik gewählt. Seine Dankadresse gehört zu den großen Reden der deutschen Par-lamentsgeschichte: „Der Ruf, den Sie soeben an mich richteten, ist ein Ruf zur Pflicht. Ich folge ihm in dem Bewusstsein, dass heute mehr denn jemals jeder Deutsche auf dem Platz, auf den er gestellt wird, seine Schuldigkeit zu tun hat. Ich will und werde als Beauftragter des ganzen deutschen Volkes handeln, nicht als Vormann einer einzigen Partei. Ich bekenne aber auch, dass ich ein Sohn des Arbeiterstandes bin, aufgewachsen in der Gedankenwelt des Sozi-alismus, und dass ich weder meinen Ursprung noch meine Überzeugung jemals zu verleugnen gesonnen bin.“ Theresa Bergwinkl dankte dem Referenten der Friedrich-Ebert-Stiftung für seinen Vortrag und erinnerte daran, dass die SPD als älteste Partei immer gradlinig ihren Prinzipien treu blieb. Sie musste sich nie verbiegen.
Bildunterschrift:
Die geehrten SPD-Mitglieder im Kreise der Gratulanten: v. re. Bgm. Gerhard Babl, Tilman Janner, Ortsvorsitzende Theresa Bergwinkl, Peter Barteit, Alfred Betz, Heinz-Peter Peterwitz, Martin Hofer, Gerhard Kohler, Hanns Martin und zweiter Bürgermeister Johann Sarcher
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