Werte und Ideen von Bestand

Umwelt


Besichtigung des Solarfelds in Kaltenberg

SPD Velden besuchte Bürgersolaranlage in Neufraunhofen – Impulse für die Energiewende im Vilstal

„Die Energiewende muss eingeleitet werden, um eine Abkehr von Großkraftwerken, insbesondere der Atomkrafwere, hin zu denzentralen und rekommunalisierten Energieversorgungsstrukturen zu erreichen“. Dieser Satz stammt aus dem Wahlprogramm 1990 der „Wählergemeinschaft Die Landjugend“ (WGLJ), die sich damals für die Kreistagswahl gegründet hatte. „Manche Werte und Ideen sind eben immer von Bestand“, waren sich der Geschäftsführer des Neufraunhofener Bürgersolarkraftwerks, Christoph Nitzl und die SPD-Kreisvorsitzende Ruth Müller einig. In den 90er Jahren waren beide bei der KLJB und bei der WGLJ aktiv. Und bei der vom SPD-Ortsverein Velden initiierten Besichtigung der Neufraunhofener Freiflächen-PV-Anlage in Kaltenberg wurden so alte Erinnerungen wieder wach.

Veldens Bürgermeister Gerd Babl und der SPD-Vorsitzende Dominik Karl hatten den Termin in der Nachbargemeinde organisiert, um sich über das Projekt der Bürgeranlage zu informieren.

Von der Idee zur Bürgersolaranlage

Bereits 2009 seit die Idee entstanden, in Neufraunhofen eine PV-Anlage für die Bürger zu bauen, so Nitzl. Der Gemeinderat sei dem Ansinnen sehr positiv gegenübergestanden und so konnte Nitzl das Projekt auch im Rahmen einer Bürgerversammlung vorstellen.

„Die rot-grüne Regierung hat mit dem EEG ein hervorragendes Gesetz geschaffen, das die erneuerbaren Energien gefördert hat und eine Demokratisierung der Energieversorgung zum Ziel hatte“, lobte Dipl.-Ing. Christoph Nitzl die Ausgangslage. Ohne Not habe die schwarz-gelbe Regierung dann Änderungen eingeleitet, die viele bestehende Projektplanungen ausgebremst habe. Auch das Neufraunhofener Projekt stand mehrmals auf der Kippe, weil die Rahmenbedingungen der großen Politik geändert wurden, erinnert sich Nitzl an die aufregende Planungsphase. Die unsichere Gesetzeslage habe sich auch auf die Finanzierung des 4,4-Millionen-Euro-Projekts ausgewirkt, da die Banken während dieser Zeit auch vorsichtig waren mit Kreditzusagen für PV-Anlagen, die von der Planungsfrist noch nicht fortgeschritten waren.

Aus seiner Erfahrung im PV-Anlagenbau konnte Florian Steer diese Erfahrungen bestätigen.

Hilfe von den Abgeordneten:

Er habe damals auch mit verschiedenen Bundestagsabgeordneten Kontakt aufgenommen, um auf die Problematik bei der Erstellung von großen Bürgeranlagen hinzuweisen. Allerdings hätten die Volksvertreter der schwarz-gelben Regierungspartei den Änderungen zugestimmt. Dankbar erinnerte sich Nitzl hierbei an die unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Oberpfälzer SPD-Bundestagsabgeordneten Marianne Schieder und dem Büro von MdB Florian Pronold.
Sozusagen auf den „letzten Drücker“ habe man es geschafft, die Anlage zum 30. Juni 2010 in Betrieb zu nehmen, da sich auch der Energieversorger mit der Netzverträglichkeitsprüfung mehr als drei Monate Zeit gelassen hatte.

Über zwei Jahre ist die Anlage, die sich an einem Südhang am Hof in Kaltenberg befindet, nun am Netz. Und mit den Erträgen sei man zufrieden. Das Jahr 2011 habe aufgrund der sonnenreichen Stunden sogar einen Mehrertrag von 20% gegenüber der kalkulierten Einspeisung ergeben, freut sich der engagierte Neufraunhofener.

Solarbundesliga

Mit vielen kleinen PV-Anlagen auf den Dächern und der Bürgersolaranlage spielt Neufraunhofen in der Solarbundesliga, in der 2.174 deutsche Kommunen aufgelistet sind, auf den vorderen Plätzen mit. Platz 45 nimmt Neufraunhofen auf der Bundeswertung ein und bei der Landkreis-Wertung ist die Gemeinde sogar auf Platz zwei – gefolgt von Pfeffenhausen mit der Bronzewertung auf Platz 3, wie die Pfeffenhausenerin Ruth Müller anmerkte.

Energiewende im Markt Velden:

Die Gemeinde Velden ist auch in der Solarbundesliga vertreten, allerdings gebe es hier noch Verbesserungspotential was den Einsatz der erneuerbaren Energien angehe, stellte Bürgermeister Gerhard Babl fest.

Für den Markt Velden hat die Energiewende jedoch bereits begonnen beim Bau des neuen Hauses der Veldener Feuerwehr: Auf dem Dach ist eine große Photovoltaikanlage angebracht. Letztes Jahr ist auf dem Schulgeände eine Hackschnitzelheizungsanlage mit 400 Kilowatt in Betrieb gegangen und heuer noch eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Wasserwerks.

Foto v. l. n. r.:
Ruth Müller, Gerhard Babl, Christoph Nitzl, Dominik Karl, Ernst Holler, Florian Steer und Martin Schuster

 

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